Unser lieber Kollege Reinhold Friedl wird leider bei der nächsten CRIMINALE in Salzburg nicht mehr dabei sein. Mitte April ist er verstorben. Geboren wurde er im Juni1948 in Hamburg.

Der promovierte Politik- und Wirtschaftswissenschaftler arbeitete als Polizeivollzugsbeamter im BGS, als Oberstudienrat und als Referatsleiter in der Präsidialabteilung der Hamburger Schulbehörde (Kultusministerium), war Mitinhaber eines politischen Kleinverlages und internationaler Beamter im diplomatischen Dienst der Vereinten Nationen (UNESCO/UNHCR) in Genf, Paris und Afrika. Er war Honorarprofessor an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Vertreter der UNO-Flüchtlingshilfe für Norddeutschland.

Seit über dreißig Jahren publizierte er wissenschaftliche Bücher und Artikel. „Kriminell“ wurde Friedl das erste Mal mit dem Kurzkrimi „Ein landesüblicher Handel“, der 1985 in der Süddeutschen Zeitung erschien. Seine Krimis/Romane spielen im Elbe-Weser-Dreieck, an der Nordsee, in Oldenburg, Hamburg, Genf, bei der UNO, am Horn von Afrika, in Afghanistan, Algerien, in der Sahara, im Heiligen Land und reichen oft in die internationale Politik. 2011 wurde ihm der Literaturpreis „Goldener Hecht“ der Arbeitsgemeinschaft Osteland verliehen.

Häufig war Reinhold Friedl auf Lesungen anzutreffen. Er liebe den Kontakt zum Publikum. Wenn man ihn auf der CRIMINALE, dem Branchentreff der Kriminalautorinnen und Autoren traf, war er stets guter Dinge. Als Mitglied des Bremer Krimistammtisches veröffentlichte er auch zahlreiche Krimi-Kurzgeschichten in den Anthologien des Stammtisches. Er lebte im Cuxland und in Oldenburg. Der Stammtisch in Bremen und das SYNDIKAT werden ihn und seine pfiffige Art sehr vermissen.  

Toby Martins