
Schneekristall.
In: Mörderische Weihnacht überall. (HarperCollins)
„Ich schließe die Haustür auf, es riecht nach Schimmel, nicht nach Plätzchen und Zimt. Der Ofen ist kalt, neben der Spüle sehe ich die leere Flasche Glühwein.“ Mit diesem Schrecken beginnt das Unheil: Mama ist fort, spurlos verschwunden, an Heiligabend. Das ältere Kind übernimmt die Initiative. Es macht sich auf die Suche und erlebt, wie sich sein Vater und sein jüngerer Bruder immer mehr verschließen, den Halt unter den Füßen verlieren. Fünf Jahre und fünf Weihnachten lang. Die Bürde lastet immer schwerer, die Verantwortung für Bruder und Vater überfordert das Kind. Ein Horror, der kein Ende nimmt. Wird das Kind daran zerbrechen?
Aus der Perspektive dieses älteren Kindes schildert Elsa Dix in eindringlichen Worten eine Familie in Auflösung. Treffende Bilder und Details, metaphorisch grundiert, sprachlich brillant und fesselnd bis zum Ende. Menschen sind so unergründlich wie Schneekristalle, diese Geschichte ist auch so ein Kristall. Einzigartig. Kein Wort zu viel, keins zu wenig. Gänsehaut pur.