Warnemünder Witwen
Morden, wo andere Urlaub machen. Was geht wirklich vor in der glamourösen Warnemünder High Society? – Kriminalroman
Henrietta Hartl
Emons Verlag
Taschenbuch
Intrigen, Spannung und Humor an der Ostseeküste
Gerade erst an die Ostsee gekommen, steckt Luxus-Immobilienberaterin Karoline direkt im Schlamassel: Ihr neuer Kollege Enno ist zwar charmant, aber reichlich heruntergekommen, ein Stalker verfolgt sie, und die feine Gesellschaft der »Warnemünder Witwen« entpuppt sich als höchst undurchsichtig. Hat deren Grande Dame Hedda tatsächlich ihren Mann umgebracht? Karoline ist davon fest überzeugt. Aber wie kann man Hedda das nachweisen? Dann verschwindet ihr wichtigster Informant, Karoline findet eine Leiche – und wird selbst zur Verdächtigen ...
Ein spannender und humorvoller Regionalkrimi, so erfrischend wie eine Brise an der Ostsee. Warnemünder Witwen ist der perfekte Urlaubsschmöker für Fans von Cosy Crime mit Tiefgang.
Henrietta Hartl
Henrietta Hartl ist "anglophile Ostseefränkin": Aus ihrer Heimat im mittelfränkischen Erlangen führte sie der Weg nach mehreren Jahren in Cambridge ins unterfränkische Lohr am Main, und vor zwei Jahrzehnten an die Ostseeküste. Nach langen Jahren als Technische Redakteurin, Informationsmanagerin, Dozentin und Journalistin lebt sie nun mit Mann und Katze an der Ostsee und schreibt Verschiedenstes, von Gedichten bis zu Krimis.
Fragen der SYNDIKATS-Redaktion an Henrietta Hartl
Wo schreibst du am liebsten?
Ganz unspektakulär an meinem Schreibtisch, am liebsten mit meiner Katze in der Nähe.
Wo findest du Ruhe?
Am Wasser - am Meer, an Seen, Flüssen, Teichen ...
Wo Aufregung?
In Büchern; und an belebten Plätzen - z.B. auf Flaniermeilen wie dem Alten Strom in Warnemünde.
Was ist dir wichtig in Krimis?
Interessante Rätsel und Wendungen, selbstbewusste Frauenfiguren und eine Prise Humor.
Rezension
"Ein geschickt eingefädelter Cosy-Crime mit viel Warnemünder Lokalkolorit" (Lese-Abenteurerin, lesejury.de)Leseprobe
Ich merke, da stehen zwei unter den Fenstern und unterhalten sich – dem Geruch nach Raucher.
Stimme eins zwitschert: »Also, die Gitta, die lässt sich in letzter Zeit echt gehen. Neulich hab ich sie in der Stadt getroffen, und du wirst es nicht glauben, sie hatte ein Top von so 'nem Textil-Discounter an!«
Stimme zwei hört sich nach angehobenen Augenbrauen an: »Woher kennst du denn die Sachen von Textil-Discountern?«
Kurze Pause. »Na ja, man muss sich doch informieren ...«
»Finde ich nicht, wozu? Also, ich würde da nie hingehen. Ist auch so eine unangenehme Atmosphäre, alles so dicht gedrängt, und keiner bedient einen –«
»Woher weißt du denn das, wenn du da nie hingehst?«
Wieder eine Pause. »Also, ich geh jetzt mal wieder rein.«
Zwei Sets von Schritten entfernen sich, und ich merke, dass ich mich ganz eng an den Fensterspalt gestellt habe, um zu lauschen. Als ich den Kopf über mich selbst schüttle und schon wegtreten will, höre ich draußen vorm Fenster die Stimmen von Hedda und Gabriella.
Rasche, harte Schritte, Heddas Stimme nicht sehr laut, aber eindringlich: »Also gut, die richtige Klasse scheint sie dem ersten Eindruck nach immerhin zu haben.«
Gabriellas spöttische Stimme: »Auch wenn ausgerechnet Marlene sie vorschlägt ...«
Hedda klingt etwas ärgerlich: »Egal, wir werden auf jeden Fall ihre Aufnahme im Engeren Kreis besprechen. Und ob sie eine schwarze oder weiße ist, das kriegen wir schon noch raus. Wenn sie eine schwarze ist, muss sie natürlich vorsichtig sein.«
Die Schritte entfernen sich, und ich merke, dass ich den Atem angehalten habe. Langsam lasse ich die Restluft raus und atme wieder tief ein. Die haben wohl noch oder wieder von mir gesprochen.
Und wieder von schwarze oder weiße – was bedeutet das?
Automatisch springt mein Hirn zu schwarze oder weiße Hexe. Was natürlich absurd ist.
Oder?
Ein glamouröser Hexenzirkel in Warnemünde, das wäre doch etwas – ich muss über mich selbst schmunzeln. Ich beklage mich ja immer, dass es heutzutage zu viel Fantasy-Zeugs gibt, aber irgendwie habe ich das offensichtlich auch schon aufgesogen.
Also um Hexen geht es sicher nicht. Und sie nennen sich ja auch Warnemünder Witwen.
Witwen.
Schwarze und weiße Witwen.
- wie ihr Mann ums Leben gekommen ist -
Ein übles Gefühl beschleicht mich.
Witwen – tote Ehemänner?
Heißt das womöglich – in dem Club gibt es auch Frauen, die ihre Ehemänner eigenhändig aus dem Weg geräumt haben?
Obwohl ich mich gegen den Gedanken sträube, habe ich das deutliche Gefühl, dass die beiden das so gemeint haben ... Da war auch so was in ihren Stimmen, etwas Schwereres, Angespannteres, als man bei einem harmlosen Austausch erwarten würde. Fast – verschwörerisch.
