Lass die Vergangenheit ruhen
Andrea Revers

KBV 2013

Taschenbuch

ISBN 978-3-9544-1662-2

14,– € [D], 14,40 € [A]
Die Eifeler Miss Marple und ein jahrzehntealter Fall

Ein alter Kollege klopft eines Nachts an Frederikes Haustür und warnt sie. Ein Prostituiertenmörder, den sie vor dreißig Jahren ins Gefängnis gebracht hat, ist wieder auf freiem Fuß. Er hat Rache geschworen. Und er weiß, wo sie wohnt. Der Fall bringt bittere Erinnerungen hoch, denn bei Thomas Wilhahns Verhaftung hatte sie dafür gesorgt, dass er übel zusammengeschlagen wurde. Das hat zwar ihre Karriere beschädigt, doch sie hatte damals ihre Gründe.

Tatsächlich taucht Wilhahn schon bald in der Eifel auf, und plötzlich ist Frederikes Nichte Angela spurlos verschwunden. Selbstverständlich hat Frederike sofort ihren alten Widersacher im Verdacht, doch so einfach ist die Sache nicht. Wilhahn versteht es perfekt, Menschen zu manipulieren und zu instrumentalisieren. Es dauert eine Weile, bis Frederike erkennt: Er nimmt Rache, doch er wird sich nicht die Finger schmutzig machen.

Wer ist es, den er auf sie angesetzt hat? Wie sieht sein perfider Plan aus? Kann ihre Nichte gerettet werden? Nur mit der Hilfe ihrer Freunde und der Polizei hat Frederike eine Chance, den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen und sich und ihre Lieben zu schützen.

Andrea Revers

Geboren 1961 in Brühl/Rheinland lebte Andrea Revers in Bochum, Düsseldorf und Montabaur, ehe es sie vor 20 Jahren in die Eifel zog. Hier wohnt sie gemeinsam mit Ehemann in einem 200 Jahre alten Backhaus.

Nach ihrem Studium der Psychologie und Publizistik war sie als Journalistin, PR-Beraterin, Marketingleiterin, Kommunikationstrainerin und Coach tätig, ehe sie 2019 den Ausstieg wagte und sich seither nur noch dem Schreiben widmet. Seit 2004 schreibt sie Bücher zu Führungspsychologie und Selbstcoaching, seit 2007 regelmäßig auch Kurzgeschichten und Black Stories. 2011 war sie für den Deutschen Kurzkrimi-Preis nominiert. Im August 2020 ist ihr Debütroman „Schlaf schön“ im KBV-Verlag erschienen.

Fragen der SYNDIKATS-Redaktion an Andrea Revers

Wo schreibst du am liebsten?

In meinem Büro, direkt unter dem Dach, mit Blick nach draußen, an einem alten Eichenschreibtisch.

Welcher ist dein Lieblingskrimi?

Im Moment schwärme ich für „Die Schnüfflerin“ von Anne von Vaszary.

Dein Lieblingskollege/Lieblingskollegin?

Ralf Kramp. Er ist Verleger, Coach, Kollege und Freund.

Warum bist du im SYNDIKAT?

Weil ich so viel Gutes über die CRIMINALE gehört habe. Und das war nicht übertrieben!

Dein Lieblingswort?

Nichtsdestotrotz.

Dein Sehnsuchtsort?

Zwischen den Sternen.

Dein Lieblingsgetränk?

Ein guter trockener Rotwein, im Moment bevorzuge ich Primitivo.

Dein Lieblingsmord?

Immer der nächste, der sich in meinem Kopf entwickelt.

Wo findest du Ruhe?

In mir.

Wo Aufregung?

Die findet sich überall: In meiner Fantasie, in meinen positiven Erwartungen an das, was kommt, in der Außenwelt, zum Beispiel durch merkwürdige Fragebögen ;-)

Deine persönlich meist gehasste Frage?

Lesen Sie auch ohne Honorar?



Leseprobe

Bumm, bumm, bumm! Jemand hämmerte wie wild an die Haustür. Frederike war verwirrt. Sie hatte sich gerade bettfein gemacht und kam aus dem Badezimmer. Ein Blick auf die Uhr – es ging auf Mitternacht zu. Wer wollte um diese Uhrzeit noch etwas von ihr? Und warum, zum Teufel, klingelte derjenige nicht einfach?

Entschlossen schnappte sie sich den Besen, der im Badezimmer hinter der Tür stand, stapfte zur Haustür und riss sie auf. „Was zum Teufel ...“ Sie erstarrte kurz, dann verzog sich ihr Mund zu einem breiten Lächeln.

„Klaus Wieland! Mit Ihnen hätte ich ja nun überhaupt nicht gerechnet.“

Der stämmige Mann blickte sie erleichtert an.

„Gott sei Dank! Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, als niemand auf das Klingeln reagierte.“ Er schob sich an ihr vorbei und ging rasch ins Haus. Dabei beäugte er misstrauisch den Besen. „Sind Sie am Fegen oder wollten Sie noch weg?“ Frederike schaute ihn erbost an. „Sind Sie etwa gekommen, um mich zu beleidigen? Ich kann Ihnen gerne mal demonstrieren, was so ein Besen alles kann.“

Doch Wieland grinste nur schief. „Los, schließen Sie die Tür.“ Er ging in Richtung Küche.

„Was ist denn bloß los?“ Frederike blickte verwirrt hinter ihm her, schloss dann aber die Tür und folgte ihm. Wenn ihr alter Kollege von der Düsseldorfer Mordkommission so forsch unterwegs war, hatte das sicher seine Gründe.

„Ich habe bestimmt fünfmal geklingelt. Zuerst dachte ich, Sie würden schon schlafen, aber ich sah noch das Licht. Da habe ich angefangen, mir richtig Sorgen zu machen. Wenn Sie die Tür jetzt nicht aufgemacht hätten, wäre ich reingegangen.“

Reingegangen! Frederike wusste, was damit gemeint war. Klaus Wieland war einer von den Handfesten. Ein Tritt, und das Schloss wäre nur so rausgeflogen. Zumindest war das früher so gewesen. Sie betrachtete ihren alten Kollegen. Na ja, vielleicht hätte er heute doch einige Tritte mehr gebraucht. Die Muskelpakete waren inzwischen einigen Fettpölsterchen gewichen.

„Ich habe mir gerade die Zähne geputzt. Bei dem Krach der elektrischen Zahnbürste höre ich nichts. Los, kommen Sie in die Küche. Da ist es gemütlicher.“ Sie schob ihn entschlossen vor sich her. „Ich mache uns einen Kaffee!“

„Gerne!“, schnaufte Wieland und ließ sich auf einen Stuhl fallen. Er griff in die Manteltasche, holte eine in ein Tuch gewickelte Waffe hervor und legte sie auf den großen Eichenküchentisch. Frederike zog die Augenbrauen hoch. Was sollte das jetzt? Doch sie beschloss, sich zunächst einmal eine Koffeindröhnung zu gönnen, bevor sie nachfragte. Irgendwie war sie mental schon im Halbschlaf. Wo zum Teufel hatte sie die Filtertüten hingetan?

Als der Kaffee fertig war, schob sie Wieland eine volle Tasse hin und setzte sich ihm gegenüber. „Heraus mit der Sprache! Warum überfallen Sie mich zu später Stunde und bringen eine Waffe in mein Haus?“

Wieland blickte seine alte Chefin besorgt an. „Weil Sie in Gefahr sind!“

Das SYNDIKATS-Gewinnspiel



Wie heißt Frederikes Kater? Der erste Preis ist ein Exemplar von „Lass die Vergangenheit ruhen“. Als zweiten und dritten Preis könnt ihr  je ein Exemplar von „Bitterböse Betthupferl – Kriminelle Kurzgeschichten aus der Eifel“ gewinnen. Bitte sendet eure Antworten bis zum 4. Januar per E-Mail

Termine

Wann Was Wo
17. Mai 24
18:30 Uhr
Die langen Nächte der Verbrechen - Lach dich tot
Kriminelle Angriffe auf die Lachmuskeln.
Kulturzentrum Pavillon - Großer Saal
30161 Hannover