Alles hat ein Ende
Andrea Revers

KBV 2013

Taschenbuch

ISBN 978-3-9544-1737-7

14,– € [D], 14,40 € [A]
Blut, Wurst und dunkle Geheimnisse

Kaum hat die pensionierte Kriminalkommissarin Frederike erfahren, dass sie bald Großtante wird, steht ihre schwangere Nichte Angela auch schon mit Koffer und gebrochenem Herzen vor der Tür ihres Häuschens in der Vulkaneifel. Der werdende Vater Frank hat sie in letzter Zeit schmählich vernachlässigt - und wie sich später herausstellt, hat er zudem ein ausgewachsenes Drogenproblem. Besonders pikant ist dabei, dass er bei der Mordkommission arbeitet.

Als im Nachbardorf eine Frau nach dem Genuss einer herzhaften Portion »Himmel un Äd« an einer Überdosis Ecstasy stirbt, schrillen bei Frederike sämtliche Alarmglocken. Ein Zufall? Wohl kaum. Die Abwechslung vom aufziehenden Familienchaos kommt ihr gerade recht, und sie forscht nach. Schnell rückt dabei der Verkaufswagen der örtlichen Metzgerei in den Fokus – und dort wartet bereits der nächste Tote.

Frederike kann wieder einmal zeigen, dass sie auch im Ruhestand keine Ruhe gibt. Doch je intensiver sie ermittelt, desto mehr geraten plötzlich auch ihre Lieben ins Visier. Und plötzlich wird aus der Mordermittlung eine deftige Mischung aus Blutwurst und Blutvergießen.

Andrea Revers

Geboren 1961 in Brühl/Rheinland lebte Andrea Revers in Bochum, Düsseldorf und Montabaur, ehe es sie vor 20 Jahren in die Eifel zog. Hier wohnt sie gemeinsam mit Ehemann in einem 200 Jahre alten Backhaus.

Nach ihrem Studium der Psychologie und Publizistik war sie als Journalistin, PR-Beraterin, Marketingleiterin, Kommunikationstrainerin und Coach tätig, ehe sie 2019 den Ausstieg wagte und sich seither nur noch dem Schreiben widmet. Seit 2004 schreibt sie Bücher zu Führungspsychologie und Selbstcoaching, seit 2007 regelmäßig auch Kurzgeschichten und Black Stories. 2011 war sie für den Deutschen Kurzkrimi-Preis nominiert. Im August 2020 erschien ihr Debütroman „Schlaf schön“ im KBV-Verlag. Inzwischen gibt es bereits fünf Bände der Reihe rund um die pensionierte Kriminalkommissarin Frederike Suttner, ein sechster ist in Arbeit.

2024 wurde mit "Seelenschwur - das Erwachen" ein erster Fantasy-Krimi veröffentlicht. Die Fortsetzung dazu erscheint im Frühjahr 2025 im Eifeler Literaturverlag.

Fragen der SYNDIKATS-Redaktion an Andrea Revers

Wo schreibst du am liebsten?

Mein Schreibtisch steht im Dachgeschoss in meinem Arbeitszimmer, mit Blick auf die Dächer der Nachbargebäude. Hier bin ich ungestört, kann die Welt aussperren und mich aufs Schreiben konzentrieren.

Welcher ist dein Lieblingskrimi?

Das wechselt immer mal wieder. Gerade habe ich mit viel Freude „Tod unter Wacholdern“ gelesen. Und „Weißer Schatten“ von Deon Meyer – einfach grandios. Schwierig zu beantworten.

Dein Lieblingskollege/Lieblingskollegin?

Aktuell sind das wohl meine Kolleginnen und Kollegen vom Autorenkollektiv Krimithek: Moni Reinsch, Susanne Arnold, Jutta Büscher und Dieter Aurass. Und natürlich Kollege und Freund Ralf Kramp. Unterstützerin Jo Ann Martin. Eifel-Kollege Ralf Lano. Ach, ich kann sie gar nicht alle aufzählen. Es ist ein tolles Netzwerk!

Warum bist du im SYNDIKAT?

Genau aus diesem Grund. Man lernt unendlich nette Kolleginnen und Kollegen kennen, trifft sich auf der CRIMINALE, vernetzt sich auf den sozialen Medien und kooperiert und unterstützt sich im ganz realen Leben. Ohne Konkurrenzdruck! Das muss uns erst mal einer nachmachen!

Dein Lieblingswort?

Kognitive Dissonanzreduktion.

Dein Sehnsuchtsort?

Das ist tatsächlich der Ort, an dem ich wohne: Unser altes Backhaus mit kleinem Garten, in einem kleinen Eifel-Dorf mit super-netten Nachbarn.

Dein Lieblingsgetränk?

Aktuell habe ich gerade ein Faible für alkoholfreien Wein entwickelt.          

Dein Lieblingsmord?

Ach, es gibt so viele schöne Todesarten. Im Moment mein letzter: Eine tödliche Portion „Himmel un Äd“.

Wo findest du Ruhe?

In mir. Wo sonst?

Wo Aufregung?

Bei meinen jungen Katzen Baumeister und Marple. Da ist immer etwas los.     

Deine persönlich meist gehasste Frage?

Mit deinen ganzen Büchern hast du doch sicher ausgesorgt, oder?



Leseprobe

Nachdem sie die Würstchen gekocht und mit Cayennesenf gegessen hatte, fühlte Frederike sich ausreichend gestärkt für den Kirchenchor. Seit ihrem Ausscheiden aus dem Polizeidienst und dem Umzug in die Eifel vor vielen Jahren zählte sie zu den zuverlässigsten Choristen im Alt und genoss das Singen in trauter Runde. Die Proben fanden im kleinen Saal der örtlichen Gastwirtschaft statt. Noch. Denn inzwischen hatte sich herumgesprochen, dass die Wirtsleute überlegten, aus Altersgründen den Laden zu schließen. Aber zurzeit herrschte hier reger Betrieb, und Frederike hoffte sehr, dass sich eine Lösung finden würde. So ganz ohne Kneipe fehlte einem Dorf die Seele.

Der Tisch des Alt war schon gut besetzt, und Frederike rutschte auf ihren Stammplatz. Ihre Freundin Grete schob ihr die Notenmappe hin. Noch war man nicht vollzählig, im Stimmengewirr nahm der Wirt die Getränkebestellungen entgegen. Mit einem Kölsch in der Kehle funktionierte die Stimme doch gleich wie geschmiert.

„Sagt mal, habt ihr von Rita Baumeister aus Niederehe gehört?“, fragte Frederike neugierig in die Runde.

Eva schüttelte den Kopf, doch Elsbeth war wie üblich gut informiert. Frederike hatte keine Ahnung, wie ihre Sangesschwester es anstellte, aber sie war ein wandelndes Lexikon des Dorfklatsches.

„Ja, schrecklich ist das. Liegt tagelang in der Küche rum. Und das im Sommer. Überall nur Fliegen. Die Maden sollen schon auf ihr rumgekrochen sein.“

„Bäh!“ Grete schüttelte sich. „Kannst du das Ganze etwas weniger blumig schildern? Ich habe gerade zu Abend gegessen.“

Elsbeth zog die Schultern hoch. „Wenn es aber doch so war? Außerdem ist Frederike schuld. Die hat danach gefragt.“

Grete beäugte Frederike misstrauisch. Sie kannte deren Vergangenheit bei der Mordkommission – auch wenn diese da nicht gerne drüber sprach – und machte sich gleich Gedanken, ob ihre Freundin wieder einer Spur folgte. „Was hat es mit Rita auf sich?“

Frederike zuckte mit den Achseln. „Ich habe heute im Wollladen davon gehört. Interessiert mich halt!“

„Was haben die denn erzählt?“, wollte Elsbeth wissen.

„Nicht viel. Ungefähr das Gleiche wie du. Dass man sie tot gefunden hat, sie schon mehrere Tage dort lag und die Verwesung bereits eingesetzt hat.“

Eva stöhnte auf. „Können wir nicht das Thema wechseln? Wahrscheinlich wohnt die Frau allein, ist tot umgefallen, und das war‘s. Was interessieren euch denn immer diese ekligen Details?“

„Details sind wichtig. Außerdem finde ich es interessant, weil die Frau ja noch gar nicht so alt war.“

„Außerdem war es eine Sängerkollegin“, unterstützte Elsbeth Frederike. „Sie hat im Kerpener Kirchenchor Sopran gesungen.“

„Ach, dann müsste ich sie eigentlich auch kennen. Wie sieht sie denn aus?“ Grete guckte Elsbeth fragend an.

Diese kicherte. „Wie sie jetzt aussieht, will ich ehrlich gesagt gar nicht wissen. Aber früher hatte sie dunkle, längere Locken, so eine Frisur wie Maria Schrader hatte.“

„Schrader? Das sagt mir nichts. Aber ich glaube, ich weiß, wen du meinst“, nickte Grete.

„Für den Kirchenchor ist das ein herber Verlust. Sie war ja eine der Jüngeren, und dann fällt sie – peng! – um und ist tot. Die haben jetzt echt im Sopran ein Problem.“ Elsbeth funkelte Eva böse an, die noch keine vierzig war. „Wehe, du stirbst uns hier auch einfach weg.“

Frederike runzelte die Stirn, doch Eva lachte Elsbeths dumme Bemerkung einfach weg. „Keine Sorge, bei dir singe ich noch am Grab.“

„So, die Damen, schenkt ihr mir vielleicht auch noch eure Aufmerksamkeit?“ Manfred, ihr Dirigent, stand da mit erhobenem Taktstock, und alle anderen, die Noten vor sich, blickten ungeduldig zu ihnen herüber.

„Seid ihr zum Singen oder zum Quatschen hier?“, wollte Bass Peter wissen.

„Beides“, flüsterte Grete Frederike feixend zu, während alle nach den Noten fischten.

 

Das SYNDIKATS-Gewinnspiel

Wie heißt Frederikes Kater, der sie bei ihren Fällen begleitet? Ein Exemplar von „Alles hat ein Ende“ wird unter den richtigen Lösungen verlost.

Schickt eure Lösungen bis zum 5.2. 2026 hier hin

 

Lesungen & Buchvorstellungen

Wann Was Wo
20. März 26
19:30 Uhr
"Alles hat ein Ende"
Autorenlesung mit Andrea Revers
Kunibertus-Haus Blatzheim
50171 Kerpen
26. März 26
19:30 Uhr
"Blut, Wurst und dunkle Geheimnisse"
Lesung und Gespräch mit Andrea Revers
Buchhandlung Brockmann
50321 Brühl
04. Mai 26
20:00 Uhr
"Mord am Montag"
Andrea Revers liest aus "Alles hat ein Ende"
Fabrik K14
46045 Oberhausen