Der Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte "Kurzkrimi" ist dotiert mit 1.000 Euro in kleinen, nicht fortlaufend nummerierten Scheinen für die beste deutschsprachige Krimikurzgeschichte des vergangenen Jahres. Der Preisträger 2018 wird am Samstag, dem 5. Mai 2018 während der 32. CRIMINALE, des Jahrestreffens des SYNDIKATs, in Halle verkündet und geehrt.

Nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis 2018 in der Sparte "Kurzkrimi":

feuerspuren großFeueralarm Klaus Berndl 2Klaus Berndl
Feueralarm, in: Feuerspuren, edition karo
Kurze, knackige Sätze, rasantes Tempo. Klare Sprache und ein Protagonist, in den man sich gut hineinversetzen kann und mit dem man mitfühlt. Mit einer überraschenden Wendung und einem heftigen Ende. Feueralarm hat alles, was ein Kurzkrimi braucht. Klaus Berndl versteht es, mit wenigen Worten Spannung aufzubauen, die sich von der ersten bis zur letzten Zeile durchzieht. Der Schreibstil ist gekonnt dem Protagonisten angepasst, was die Geschichte authentisch macht. Aber auch die Nebenfiguren sind prägnant beschrieben, und Klaus Berndl beweist so sein schriftstellerisches Talent.





Hier in Tremonia in Killing You Softly reinhard jahn Walter WehnerHier in Tremonia reinhard jahn Walter WehnerKarr & Wehner (Reinhard Jahn und Walter Wehner)
Hier in Tremonia, in: Killing You Softly, KBV
Ein Immobilienprojekt bedroht die verfallende Bergarbeitersiedlung, ihre Bewohner und Traditionen. Aber die Frauen und Männer der Knappschaftskapelle lassen das nicht zu. Auch wenn dies bedeutet, dass es Tote geben muss. Und zwar im Rhythmus der Musik.
Diese Geschichte ist ein großer Song. Sie ist Musik und Text, vibriert und schwingt und träumt den Traum, dass man gegen Gentrifizierung und Immobilienspekulation siegen kann. In Tremonia.





Der Zuschauer in Kerzen Killer Krippenspiel Thomas KasturaDer Zuschauer thomas kasturaThomas Kastura
Der Zuschauer, in: Kerzen, Killer, Krippenspiel, Knaur
Ein Kurzkrimi, so eindrücklich wie sein Protagonist: Herr K., ernsthafter Schriftsteller von Beruf, besucht mit dunklen Absichten die Lesung des noch viel berühmteren Regiokrimi-Bestsellerautors Gratschach. Gratschach! Ein Name, der sich wohl ebenso sehr in den Kopf des gekränkten Herrn K. eingebrannt hat, wie Thomas Kasturas Krimi in die Shortlist des Kurzkrimiglausers. Eitelkeit und Missgunst, Kunst und Kommerz, E und U: Kastura verhandelt wohlbekannte Schattenseiten des Literaturbetriebs in einer aberwitzigen, dabei stets unterhaltsamen Geschichte. Der Zuschauer bleibt im Gedächtnis – wie auch auf unserer Bestenliste.




Der Blaue in Rache brennt Henry KerstingDer Blaue Henry Kersting

Henry Kersting
Der Blaue, in: Rache brennt, Verlag am Schloss
Ein Dorf und eine Fabrik irgendwo im Nirgendwo. Die Menschen tragen zu ihrer eigenen Sicherheit "Mobis", damit sie nicht verloren gehen. Henry Kersting entwickelt eine dystopische Szenerie. Er erzählt mit ruhiger Stimme von Überwachung als Machtinstrument, von Machtmissbrauch, von Ausweglosigkeit und dem verzweifelten Versuch der Befreiung. Mit einem nüchtern distanzierten Erzähler, der gleichzeitig mitten im Geschehen ist, zieht Kersting den Leser in eine Geschichte, die emotional trifft. Sprachlich konsequent und kompromisslos. Der Blaue ist ein Kleinod unter den Kurzkrimis.




Duenensingen in Feinste Friesenmorde Cécile ZiemonsCécile ZiemonsCécile Ziemons
Dünensingen, in: Feinste Friesenmorde, Leda Verlag
Dünensingen ist ein grandioses Wechselspiel zwischen den Gedanken einer von ihrer humanitären Tätigkeit in Südostasien ernüchterten und erschöpften Frau in den Wechseljahren und der Beschreibung einer vermeintlich idyllischen Ferieninsel an der Nordseeküste. Die Reflexionen über das eigene und allgemeine Leben kollidieren mit den Widrigkeiten einer banalen Realität, schaffen Reibungsflächen, die schließlich mit allen entstandenen Illusionen in die Luft gejagt werden, nur, um sich danach als Missverständnisse neu zu ordnen.






Für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte "Kurzkrimi" 2018 konnten Krimi-Kurzgeschichten eingereicht werden, die im Jahr 2017 in gedruckter Form (elektronische Veröffentlichungen wurden nicht berücksichtigt) erschienen sind. Die Kurzkrimis duften nicht länger als 20 Normseiten (30 Zeilen à 60 Anschläge) sein. Die Autoren mussten die Kurzkrimis selbst bei der Juryorganisation einsenden.

Die Liste aller 139 eingereichten Werke können Sie hier herunterladen (PDF) 370.5K.

Die Juroren sind:

Richard BirkefeldMechtild BorrmannSanela EgliJoe FischlerIris Leister (Preisträgerin 2016) 
Juryorganisation: Claudia Puhlfürst

Die nominierten Kurzgeschichten können SYNDIKATs-Mitglieder und AMIGOs mit freundlicher Genehmigung der Verlage im Geheimbereich nachlesen.