Sie experimentiert gern in der Küche

VORGELADEN

Ella DanzHier nehmen wir die Autoren der „Criminale 2010“ mit jeweils 10  Fragen ins Verhör. Vom Aussageverweigerungsrecht nach § 136 der Strafprozessordnung können die Damen und Herren anders als die Täter in ihren Büchern leider keinen Gebrauch machen. Stattdessen wird es gern gesehen, wenn sie sich durch eine wahrheitsgemäße Aussage selbst belasten. Heute vernehmen wir die in Coburg  geborene Krimiautorin

Ella Danz

1. Erinnern Sie sich noch an Ihren allerersten (literarischen) Mord?
Aber natürlich. Es war eigentlich ein Versehen und traf die Falsche. Aber da war es schon passiert, und ich muss zugeben, es hatte auch noch Vergnügen bereitet.

2. Wie lassen Sie Ihre Opfer am liebsten beseitigen, traditionell mit Schusswaffe und Messer, hinterlistig mit Gift oder lieber auf eine ganz besonders perfide Weise (abgeschraubte Bremsbeläge etc.)?
Was für eine Frage! Wie es halt grad kommt und was dabei grade so rumliegt.

3. Mit welchem Tatwerkzeug arbeiten Sie selbst am liebsten (Bleistift, Kugelschreiber, Laptop)? Und wie bringen Sie sich vor der Tatausübung in Stimmung (Kaffee, Whisky, Brahms)?
Ich bevorzuge den Laptop und brauche meine Ruhe, viel Zeit und da ich Gourmetkrimis schreibe, experimentiere ich ab und zu in der Küche. Das beflügelt.

4. Was haben Sie gemacht, bevor Ihre kriminellen Machenschaften an die Öffentlichkeit gerieten? Verfügen Sie über eine solide Ausbildung?
Studiert hab ich Publizistik, wenn Sie das eine solide Ausbildung nennen wollen… und dann was ganz anderes gemacht. Stichwort Ökobranche. Aber irgendwann hatte ich vom Gutmenschentum die Nase eben voll.

5. Nennen Sie uns bitte Ihr größtes Vorbild, den von Ihnen am meisten geschätzten Krimiautor!
Es gibt übrigens auch Krimi-Autorinnen. Und ich stehe auf Agatha Christie und all die anderen tollen englischen Damen.

6. Wissen Sie selber schon immer vor Beginn Ihres Romans, wer der Täter sein wird, oder lassen Sie sich auch gerne mal selbst überraschen?
Nicht, dass ich Überraschungen liebe, aber manchmal passieren tatsächlich Dinge in meinen Geschichten, die ich so nicht geplant hatte.

7. Wie aufwendig ist Ihre Recherche? Sind Ihnen Originalschauplätze wichtig, oder konstruieren Sie sich lieber einen perfekten Tatort?
Auch wenn ich gerne genau recherchiere - den tatsächlichen Tatort lasse ich meist fiktiv. Immer wieder nämlich behaupten Leser, Personen aus meinen Krimis, die natürlich alle frei erfunden sind, persönlich zu kennen. Wenn diese Leser dann auch noch zu den Tatorten pilgern - das muss ja nicht sein. 

8. Was war bislang Ihr größter Erfolg?
Dass mein Kommissar Angermüller bereits seinen fünften Fall bearbeiten darf und noch kein Ende abzusehen ist.

9. Halten Sie die die Art und Weise wie sie über Verbrechen schreiben eher für realistisch, oder geht es Ihnen mehr um eine unterhaltsame Fiktion?
Mein Stil ist schon realistisch. Aber, auch wenn es um Mord und Totschlag geht, es will mir  einfach nicht gelingen, daraus eine todernste Sache zu machen. Also sind meine Krimis gleichzeitig ziemlich unterhaltsam.

10. Haben Sie am Tatort Eifel schon einmal Ihre Spuren hinterlassen, oder sind Sie hier Ersttäter?
Eifelmäßig bin ich ein absolutes Greenhorn und sehr gespannt, wie es bei Euch kriminell so zugeht, aussieht, wie das Wetter ist, und was die Eifel aus Küche und Keller zu bieten hat.